Büroflächen nach Tätigkeiten und Arbeitsabläufen gestalten

Konzentriertes Arbeiten, spontane Abstimmungen und Videokonferenzen finden im Büro häufig nur wenige Meter voneinander entfernt statt. Was für die Zusammenarbeit kurze Wege ermöglicht, kann bei anspruchsvollen Einzelaufgaben zur Störquelle werden. Unterschiedliche Tätigkeiten stellen daher verschiedene Anforderungen an Raumaufteilung, Akustik und Ausstattung.

Bei der Planung ist entscheidend, welche Aufgaben tatsächlich im Büro stattfinden und wie häufig einzelne Bereiche genutzt werden. Beleuchtung, Möblierung, Bewegungsflächen und technische Anschlüsse ergänzen die räumliche Aufteilung. Auf dieser Basis lassen sich Arbeitsbereiche gezielt für konzentrierte Tätigkeiten, Besprechungen oder gemeinsame Projektarbeit vorsehen.

Kurzfassung

  • Unterschiedliche Tätigkeiten benötigen jeweils passende räumliche Bedingungen für konzentrierte Arbeit, Gespräche oder gemeinsame Projekte.
  • Ein Bürokonzept beschreibt die grundsätzliche Nutzung der Arbeitsumgebung, während die Büroplanung diese Vorgaben räumlich ausarbeitet.
  • Fokusbereiche benötigen vor allem akustische Abschirmung, während Besprechungs- und Teamzonen auf die Nutzung durch mehrere Personen ausgelegt sind.
  • Ergonomische Büroausstattung lässt sich anhand konkreter Merkmale wie Sitzhöhe, Sitzfläche, Rückenlehne, Lordosenstütze und Armlehnen beurteilen.
  • Die Anordnung einzelner Bereiche sollte Laufwege, Geräuschquellen und die tatsächliche Nutzung der Räume berücksichtigen.

Arbeitsbereiche nach ihrer Funktion unterscheiden

Das Bürokonzept legt zunächst fest, welche Arbeitsformen räumlich berücksichtigt werden sollen. Die Büroplanung beschäftigt sich anschließend mit Abmessungen, Positionen, Laufwegen und der Zuordnung der einzelnen Bereiche. Davon zu unterscheiden ist die Büroausstattung. Zu ihr gehören unter anderem Schreibtische, Bürostühle, Stauraum, Leuchten und akustisch wirksame Einrichtungselemente.

Moderne Bürokonzepte berücksichtigen, dass ein Büro nicht ausschließlich aus gleichartigen Bildschirmarbeitsplätzen bestehen muss. Je nach Arbeitsablauf können ruhige Einzelarbeitsplätze, offene Teamflächen, kleine Besprechungsräume und abgeschirmte Bereiche für Telefonate nebeneinander vorgesehen werden. Eine Büroumgebung mit mehreren funktional unterschiedlichen Arbeitsbereichen wird häufig als Multispace-Büro bezeichnet. 

Die Aufteilung richtet sich nicht allein nach der Zahl der Beschäftigten. Ebenso relevant ist, wie häufig bestimmte Tätigkeiten vorkommen. Benötigen mehrere Personen regelmäßig Ruhe für längere Konzentrationsphasen, muss dafür ausreichend abgeschirmte Fläche vorhanden sein. Finden Besprechungen überwiegend in kleinen Gruppen statt, können mehrere kleinere Räume zweckmäßiger sein als ein großer Konferenzraum.

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Akustische Bedingungen im Raum

Geräusche breiten sich in offenen Büroflächen vergleichsweise leicht aus. Gespräche, Telefonate und Bewegungen bleiben daher nicht auf ihren unmittelbaren Entstehungsort beschränkt. Eine optische Unterteilung durch Regale oder niedrige Trennelemente reicht für Bereiche mit erhöhtem Ruhebedarf nicht immer aus.

Deckenabsorber, Wandpaneele, Teppichflächen oder geeignete Trennelemente können die Schallausbreitung innerhalb eines Raums begrenzen. Für vertrauliche Gespräche oder Tätigkeiten mit hohem Konzentrationsbedarf kommen dagegen geschlossene Räume infrage. 

Die Position einzelner Arbeitsbereiche entscheidet mit darüber, welchen Geräuschen und Laufbewegungen sie im Alltag ausgesetzt sind. Ein Rückzugsplatz unmittelbar neben einer Teeküche oder einem stark genutzten Durchgang ist anderen Geräuschen ausgesetzt als ein Arbeitsplatz in einem ruhigeren Gebäudeteil. Wege zu Druckern, Besprechungsräumen und Gemeinschaftsflächen gehören deshalb bereits zur räumlichen Planung.

Ergonomische Merkmale der Büroausstattung

Bei einem Bürodrehstuhl entscheidet nicht allein die Polsterung über die Anpassbarkeit. Die Sitzhöhe sollte so eingestellt werden können, dass die Füße vollständig auf dem Boden stehen. Eine ausreichend tiefe Sitzfläche stützt die Oberschenkel, ohne Druck auf die Kniekehlen auszuüben. Bei verstellbarer Sitztiefe lässt sich der Abstand zwischen Sitzvorderkante und Rückenlehne an unterschiedliche Körpermaße anpassen.

Die Rückenlehne sollte den Rücken stützen und Bewegungen des Oberkörpers zulassen. Eine einstellbare Lordosenstütze ist für den Bereich der Lendenwirbelsäule vorgesehen. Höhenverstellbare Armlehnen ermöglichen eine Auflage der Unterarme, ohne dass die Schultern angehoben werden müssen. 

Zum ergonomischen Arbeitsplatz gehört ebenfalls der Schreibtisch. Höhenverstellbare Modelle können an verschiedene Körpermaße sowie an sitzende und stehende Arbeitsphasen angepasst werden. Ausreichende Beinfreiheit unter der Tischplatte ist erforderlich, damit die Sitzposition nicht durch Schubladenelemente oder andere Gegenstände eingeschränkt wird.

Bürostuhltypen für unterschiedliche Einsatzbereiche

Nicht jeder Sitzplatz stellt dieselben Anforderungen an einen Stuhl. Ein Bürodrehstuhl für mehrstündige Bildschirmarbeit benötigt andere Einstellmöglichkeiten als ein Besucherstuhl. Neben Sitzhöhe und Rückenlehne können eine verstellbare Sitztiefe, anpassbare Armlehnen und eine beweglich gelagerte Rückenlehne relevant sein.

Konferenzstühle sind dagegen für zeitlich begrenzte Besprechungen vorgesehen. Bei ihnen können ein geringerer Platzbedarf oder die Stapelbarkeit eine größere Bedeutung haben. Hocker und Stehhilfen kommen für kurze Arbeitsphasen oder Bereiche infrage, in denen regelmäßig zwischen Sitzen und Stehen gewechselt wird. Einen auf längere Sitzzeiten ausgelegten Bürodrehstuhl ersetzen sie nicht in jedem Einsatzbereich.

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Auch das Material verändert die Gebrauchseigenschaften. Netzbespannte Rückenlehnen sind luftdurchlässig, während gepolsterte Ausführungen eine geschlossene Auflagefläche besitzen. Bei stark beanspruchten Gemeinschaftsplätzen sind zudem Reinigungsfähigkeit, Abriebfestigkeit und die Austauschbarkeit einzelner Bauteile zu berücksichtigen.

Flächenplanung am Arbeitsalltag ausrichten

Vor der räumlichen Aufteilung steht eine Bestandsaufnahme der Arbeitsabläufe. Dazu gehören die Zahl regelmäßig anwesender Personen, typische Teamgrößen, das Telefonaufkommen, die Häufigkeit von Besprechungen und der Anteil konzentrierter Einzelarbeit. Bei hybriden Arbeitsmodellen ist zudem relevant, wie stark die Anwesenheit an einzelnen Wochentagen schwankt.

Aus diesen Angaben lässt sich ableiten, welche Raumtypen in welchem Umfang benötigt werden. Danach können Arbeitsplätze, Rückzugsräume, Besprechungsbereiche und Gemeinschaftsflächen verteilt werden. Die Planung orientiert sich damit nicht an einzelnen Einrichtungsideen, sondern an den Aufgaben, die tatsächlich innerhalb der Bürofläche stattfinden.

Fazit

Unterschiedliche Arbeitsformen stellen verschiedene Anforderungen an Büroräume. Akustische Trennung, passende Raumgrößen, kurze Laufwege und die jeweilige Ausstattung sollten deshalb gemeinsam betrachtet werden. Bürokonzept, Büroplanung und Büroausstattung erfüllen dabei voneinander abgegrenzte Aufgaben. Ergonomische Eigenschaften lassen sich anhand konkreter Verstellmöglichkeiten beurteilen, während sich die räumliche Aufteilung aus den tatsächlichen Arbeitsabläufen ableiten lässt.

Raffael / Redaktionsmitglied

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