Wie das Unterbewusstsein unser Leben beeinflusst

Der Mensch muss jeden Tag viele Entscheidungen treffen. Obwohl das Denken die Grundlage unseres Handelns ist, wirkt das Unterbewusstsein aktiv bei der Entscheidungsfindung und bestimmten Handlungsmustern mit. Oftmals verstecken sich dort unverarbeitete Traumata oder wir lassen uns von anderen äußeren Impulsen leiten, wodurch Denkfehler entstehen. Genau wie das Unterbewusstsein uns beeinflusst, können wir es jedoch auch kontrollieren und somit bewusste Entscheidungen treffen.

Die Macht des Unterbewusstseins

Bereits Sigmund Freud hat sich mit dem Unbewussten befasst und gehörte damit zu einer der ersten Personen, die sich mit diesem Thema auseinandergesetzt haben. In seiner Welt galt das Unterbewusstsein jedoch als bedrohliche und negative Kraft.

Heute geht es jedoch immer mehr darum, auf seine emotionale Intelligenz und seine Intuition zu vertrauen, die maßgeblich vom unterbewussten Teil des Gehirns gesteuert wird. Es ist längst zum Trend geworden, das Unterbewusstsein mit positiven Affirmationen, wie beispielsweise durch Subliminals, zu beeinflussen.

Es gibt bereits zahlreiche Studien und Experimente dazu, wie sehr unterbewusst wahrgenommene Reize unsere Entscheidungen definieren. Beispielsweise sollen Verkäufer weniger Preisnachlass geben, wenn sie auf einem harten Stuhl sitzen. Ein anderes Experiment hat gezeigt, dass Menschen dazu neigen, konstruktives Feedback zu geben, wenn sie im Hintergrund den Namen ihrer Liebsten sehen.

Auch wenn diese Dinge nicht in direktem Zusammenhang mit der eigentlichen Situation stehen, können uns äußere Einflüsse unbewusst in einen positiven oder negativ gestimmten Zustand versetzen, wodurch sich unser gesamtes Verhalten ändern kann.

Forscher schätzen, dass wir nur rund 0,1 Prozent unseres Denkens und Handelns bewusst ausführen. Den Rest soll unser Gehirn unbewusst verarbeiten.

Wie kognitive Verzerrung unser Leben bestimmt

Es gibt 5 zentrale Faktoren der kognitiven Verzerrung, die unser Handeln und Denken unterbewusst mitbestimmen.

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1) Mitläufereffekt

Wir nehmen häufig die Meinungen an, die am weitesten vertreten sind, ohne diese zu hinterfragen.

2) Selbstwertdienliche Verzerrung

Erfolge werden häufig den persönlichen Fähigkeiten zugeschrieben, wohingegen Misserfolge oft auf andere Umstände geschoben werden, statt ebenfalls Verantwortung dafür zu übernehmen.

3) Gender Bias

Auch wenn es heutzutage verpönt ist, neigen wir trotzdem dazu, in geschlechtsspezifischen Rollenklischees zu denken.

4) Bestätigungsfehler

Oftmals interpretieren wir neue Informationen so, dass sie in unser eigenes Weltbild passen und unseren Erwartungen entsprechen.

5) Halo-Effekt

Bereits gesammelte Erfahrungen in Bezug auf die Eigenschaften eines Menschen, übertragen wir oft unterbewusst auf andere Personen, die wir nicht kennen.

Wir sind unserem Unterbewusstsein nicht erlegen

Unser Gehirn ist ein Phänomen für sich – auch das Unterbewusstsein benötigen wir. Könnten wir Informationen und Reize nicht unbewusst und automatisch verarbeiten, würden wir mit so vielen Eindrücken beschäftigt sein, dass es uns wahrscheinlich in den Wahnsinn treiben würde.

Jedoch bedeutet das nicht, dass wir unserem Unterbewusstsein hilflos ausgesetzt sind. Denn auch wenn uns bestimmte Einflüsse und Reize beeinflussen können, sind wir trotzdem in der Lage, unser Denken und Handeln zu reflektieren und dadurch bewusste Entscheidungen zu treffen. Ein guter Leitfaden, um fundiertes und rationales Handeln zu fördern, sind folgende Fragen:

  1. Warum will ich das jetzt haben?
  2. Warum ärgere ich mich gerade so?
  3. Warum möchte ich das jetzt sagen oder tun?

Das Fazit – Neues Verhalten kann man lernen

Wer stets im Affekt handelt, ist von innerer Freiheit noch weit entfernt. Die Grundaufgabe unseres Gehirns ist das Überleben. Tatsächlich frei von kognitiv verzerrten Denk- und Handelsmustern wird man erst, wenn man sich mit seinem Inneren aktiv auseinandersetzt und das Unterbewusstsein überlistet.

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Es ist durchaus möglich, sein Gehirn neu zu programmieren und sich etwa durch Mentaltraining, positive Affirmationen oder andere Glaubenssätze neue und verbesserte Verhaltensmuster anzueignen. Ein fester Wille und starke Emotionen können dazu führen, dass man automatische Reaktionen und seinen Fokus ändert.

Geben wir unserem Unterbewusstsein neue Informationen, wird sich die Aufmerksamkeit auf klar definierte Ziele lenken. Das bedeutet, anstatt das Unterbewusstsein als etwas “Böses” anzusehen, sollte man mit ihm arbeiten und es zu unserem Vorteil programmieren.

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