Faszien – Mit der Rolle gegen den Schmerz

Rückenschmerzen sind in den letzten Jahren zu einer echten Volkskrankheit geworden. Doch nicht nur diese, auch Beschwerden in anderen Bereichen des Körpers belasten uns tagein, tagaus.

Bürojobs, die schlechte Haltung quasi fördern, punktuell zu hohe körperliche Belastungen im Alltag, im Amateursport zu hohe einseitige Belastung, der psychische Druck der heutigen Zeit, der kaum Möglichkeiten bietet zu verschnaufen und noch mehr Faktoren fördern die Bildung von Entzündungs- und Schmerzherden.

Besonders die sogenannten Faszien sind hier betroffen. Was das genau ist und wie Sie als Betroffener schnell Linderung erfahren – all das erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Was sind Faszien?

Unter Faszien versteht man spezielle Weichteil-Komponenten des Bindegewebes. Faszien setzen sich aus eiweißhaltigen (kollagenen) Strängen und einer klebrig-flüssigen Substanz zusammen. Man kann sie sich wie ein allumfassendes, sehr feines, mehrschichtiges Spinnennetz mit Morgenreif vorstellen.

Dieses Netzwerk umfasst den ganzen Körper – jeden einzelnen Muskelstrang und jedes einzelne Organ. Und währen man früher dachte, es handele sich dabei lediglich um ein Füllmaterial des menschlichen Organismus, ist man heute schon einen Schritt weiter und hat herausgefunden, dass Faszien viele wichtige Aufgaben im Körper übernehmen.

Faszien teilen sich in drei Schichten auf. Oberflächliche, tiefe und viszerale Faszien. Die oberflächlichen Faszien befinden Sich im Unterhautgewebe, sind Durchgang für Lymphe, Nerven und Blutgefäße und darüber hinaus Puffer und Dämpfer.

Tiefe Faszien umschließen Muskeln, Knochen, Nervenbahnen und Blutgefäße des Körpers. Sie sind dichte und faserreiche Bindegewebsschichten. Last but not least sind die viszeralen Faszien diejenigen, welche die Einbettung und Aufhängung der Organe im Körper kontrollieren und diese in Bindegewebsschichten einbetten.

Faszien umschließen also jeden Muskelstrang, jede Muskelgruppe jedes Blutgefäß und gelten als Bindeglied zwischen den „Körperschichten“. Das Gewebe sorgt dafür, dass der Körper seine Form erhält. Die Maximalspannung ermöglicht es dem Körper, sich aufrecht zu halten.

Wie jedoch jedes andere Organ des Körpers können aber auch Faszien verletzt werden. Durch einseitige Bewegungsabläuft, Verletzungen und auch psychischen Stress entstehen sogenannte Triggerpunkte.

Triggerpunkte als Schmerzauslöser

Die angesprochenen einseitigen Bewegungsabläufe, Verletzungen und auch Stress sind schuld daran, dass die schmerzenden Stellen entstehen. Am häufigsten betroffen sind Personen, die einer sitzenden Tätigkeit nachgehen, eine einseitige belastende Sportart ohne Ausgleichsbelastung ausüben oder oft unter Leistungsdruck stehen. Auch Verletzungen aus der Vergangenheit können dafür sorgen, dass Triggerpunkte entstehen.

In der Folge dehydrieren die Faszien, verkleben und werden zäh bzw. verdicken sich. Diese verklebten Areale nennt man Triggerpunkte. Bewegungsabläufe, die Spannung auf diese Bereiche bringen, sind sehr schmerzhaft.

Was hilft gegen verklebte Faszien?

Bewegung und manuelles Bearbeiten der Triggerpunkte sind wichtige Faktoren, wenn es um die körperliche Elastizität und Belastbarkeit geht. Leider ist es so, dass z. B. reine Dehnübungen – wie wir sie üblicherweise kennen – nur in den seltensten Fällen Abhilfe schaffen und für entsprechende Schmerzlinderung sorgen. Verdickungen der Faszien können dann nur noch physischen Einfluss beseitigt werden, also durch eine manuelle Therapie.

Die gute Nachricht: Sie können diese manuelle Therapie auch selbst durchführen, und zwar mit Hilfe von Self Myofascial Release! Hierfür benötigen Sie lediglich eine spezielle Faszienrolle, auch unter dem Namen Blackroll bekannt, und etwas Platz.

Sollte nicht genügend Platz für eine Durchführung am Boden vorhanden sein, kann man die meisten Übungen auch durchführen, indem man die Faszienrolle zwischen sich und die Wand klemmt und entsprechend die Punkte ausrollt.

Was genau ist eine Faszienrolle?

Schon seit längerem in der Physiotherapie unterstützend verwendet, wurde die Faszienrolle von Blackroll in ihrem derzeit verbreiteten Erscheinungsbild bereits vor fast 15 Jahren entwickelt und auf den Markt gebracht. Es handelt sich dabei um einen zylindrischen Rollenkörper mit Kernbohrung aus expandiertem Polypropylen (EPP), welches geruchslos, wärmeformstabil und abriebfest ist.

Mit dieser Rolle können die entsprechenden Bereiche um die Triggerpunkt ganz einfach selbst bearbeitet werden, so dass sich verklebte Faszien wieder lösen und dadurch der Schmerz gelindert wird.

Erhältlich sind die Faszienrollen in verschiedenen Härtegraden und Größen. Rollen, die im Bereich der Rehabilitation eingesetzt werden, sind tendenziell etwas weicher. Sie „schmiegen“ sich besser an den lädierten Körper an.

Auf der anderen Seite gibt es eine „Pro-Variante“, die ca. 40 % härter ist als das Standardmodell. Diese findet vor allem Anwendung im professionellen Sportbereich, bei Personen mit viel Muskelmasse und Menschen mit hohem Körpergewicht.

Auch die Länge der Rollen variiert, je nach Einsatzgebiet. So wird für Pilates beispielsweise eine längere Rolle als üblich verwendet. So werden Übungen ermöglicht, die man mit den 30 cm-Rollen nicht ohne Weiteres ausführen kann. Während die großen Faszienrollen für die Behandlung ebensolcher Muskelgruppen geeignet sind, gibt es weitere Varianten, die für spezifischere und feinere Einsätze gedacht sind.

So gibt es Faszienrollen mit einem Durchmesser von 8 cm für das Training der Armmuskulatur, der Füße oder des Rückens an der Wand. Viele Varianten können in Sets gekauft werden, um das gesamte Übungsspektrum abzudecken.

Fazit

Wer unter immer stärker werdenden, chronischen Schmerzen leidet, der sollte natürlich zunächst seinen Hausarzt darauf ansprechen, der dann entsprechend weiterverweisen wird. Oft folgt darauf eine manuelle Therapie beim Spezialisten. Unterstützen können Sie diese durch die Verwendung von Faszienrollen zuhause. Die damit bereits erzielten Erfolge sprechen für sich!


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