Wie Sie sich gegen Berufsunfähigkeit absichern

Ein großer Teil der Arbeitnehmer und Selbstständigen in Deutschland besitzt eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie soll gegen eine Berufsunfähigkeit nach einer Krankheit oder einem Unfall mit einer Rente absichern und damit auch vor einer finanziellen Notlage schützen.

Doch der Versicherungsmarkt ist voll von Angeboten und verschiedenen Versicherern. Magazin am Wochenende erklärt, für wen sich eine solche Versicherung genau lohnt und auf welche Kriterien beim Abschluss zu achten ist.

Was genau ist die Berufsunfähigkeitsversicherung und wer benötigt diese?

Wer in seinem Beruf durch eine Krankheit oder durch einen Unfall nicht mehr arbeiten kann, steht in der Regel finanziell zunächst schlecht dar. Denn die gesetzliche Rente deckt die Berufsunfähigkeit nicht ab – d. h. es gibt keine zusätzlichen Leistungen aus der Rentenkasse, wenn ein Schadensfall eintritt. Die bisher erreichte Rente reicht dann in der Regel nicht aus, um die finanziellen Ausgaben zu decken und es kommt zu einer finanziellen Notsituation. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt im Schadensfall eine Rente, die zuvor vereinbart wurde. Die Kosten für eine BU-Versicherung können Sie hier berechnen.

Wer eine solche Versicherung schon in jungen Jahren abschließt, profitiert meistens von einer guten Annahmequote und ebenfalls von guten Konditionen, denn mit dem Alter steigt nicht nur die Anzahl der Vorerkrankungen an, sondern auch die Gefahr, berufsunfähig zu werden.

Eine Versicherung gegen die Berufsunfähigkeit sollte jeder haben, der in einem handwerklichen oder kreativen bzw. körperlichen Bereich arbeitet. Dazu gehören Arbeitnehmer, die handwerkliche Tätigkeiten ausführen – z. B. auf der Baustelle oder als Klavierstimmer. Auch Menschen in Schauspielberufen oder anderen künstlerischen Tätigkeiten sollten eine entsprechende Versicherung besitzen.

Wer im Büro oder vor dem Computer arbeitet, hat meistens eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit, berufsunfähig zu werden. Hier sollte abgewogen werden, ob eine solche Versicherung zu bestimmten Beiträgen sinnvoll ist.

Wie hoch sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung sein und wie viel darf sie kosten?

Beim Abschluss der Versicherung muss angegeben werden, wie hoch die monatliche Rente im Schadensfall sein soll. Die meisten Menschen wählen ca. 70 bis 80 % ihres Nettoeinkommens aus. Dieser Betrag sollte ausreichend sein, um laufende Kosten zu decken. Viele Versicherer bieten ebenfalls eine dynamische Versicherung an. Das bedeutet, dass die Beiträge und damit auch die Rentensumme angepasst werden können, wenn sich die Lebenslage verändert, z. B. durch Kinder oder den Erwerb einer Immobilie.

Es ist empfehlenswert, eine monatliche Rente von mindestens 1.500 Euro abzuschließen. Zwar führt eine niedrigere Rente auch zu geringeren Beiträgen in die Versicherung während der Laufzeit, im Schadensfall zahlt sich eine hohe Rente jedoch immer aus.

Die Kosten für die Berufsunfähigkeitsversicherung sind stark von der jeweiligen Person und dem ausgeübten Beruf abhängig. Je riskanter die Arbeit, desto höher auch die Kosten. Es ist sinnvoll, bei mehreren Versicherer Angebot einzuholen und zu vergleichen.

Beim Abschluss der BU-Versicherung alles richtig machen

Worauf ist zu achten, wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen wird?

Wer die Versicherung neu abschließen möchte, sollte in erster Linie alle Fragen richtig und wahrheitsgemäß beantworten. Wenn in der Zukunft festgestellt wird, dass bei diesen Fragen nicht die Wahrheit mitgeteilt wurde, kann der Vertrag vom Versicherer gekündigt werden und eine Leistung würde im Schadensfall ausfallen. Das würde beuteten, dass alle Beiträge umsonst gezahlt wurden. Dabei müssen eventuell auch Ärzte kontaktiert werden, die die Informationen zu den jeweiligen Beschwerden noch besitzen.

Weiterhin sollte beim Antrag darauf geachtet werden, dass der Vertrag flexibel ist und die monatlichen Beiträge angepasst werden können.

Im Schadensfall kommt es nicht selten vor, dass zunächst mit einem Gutachter bewiesen werden soll, dass auch tatsächlich eine Berufsunfähigkeit vorliegt. Bei einigen Versicherungen wird z. B. angegeben, dass der Versicherte nicht berufsunfähig ist, wenn er auch einen anderen alternativen Beruf ausüben könnte. Wer z. B. durch einen Unfall nicht mehr auf der Baustelle arbeiten kann, würde demnach keine Rente erhalten, da diese Person weiterhin eine andere Tätigkeit ausüben könnte. Diese Klausel sollte daher ausgeschlossen werden – wer in seinem eigenen Beruf berufsunfähig wird, der erhält auch die Rente.

Wie sollte die Dauer der Versicherung angesetzt werden?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung lohnt sich dann richtig, wenn sie bis zum Renteneintritt, d. h. bis zu einem Alter von 65 oder 67 Jahren abgeschlossen wird. Vor allem im höheren Alter steigt die Gefahr, berufsunfähig zu werden – hier ist der Schutz besonders wichtig. Ebenso ist darauf zu achten, wie lange die Versicherung im Schadensfall zahlt. Auch hier sollte die Leistungsdauer bis zum Eintritt in die Rente laufen.

Was passiert, wenn kein Schadensfall eintritt?

Wird die Versicherung abgeschlossen und es kommt nicht zu einem Schadensfall, so erhält der Versicherte in der Regel kein Geld zurück. Alle Beiträge werden für den Fall gezahlt, dass es tatsächlich zu einer Berufsunfähigkeit kommt.

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